Freitag, 21. Mai 2010

Reden Medien den Euro kaputt? Wer steuert das?

Die sog. Eurokrise ist eine Schuldenkrise
In dem nicht beschlossenen Vertrag über eine Verfassung für Europa 2003 war der Euro bei den „Symbolen der Union" aufgeführt. Das wäre anmaßend gewesen und hätte der „EU-Devise" – „In Vielfalt geeint" – widersprochen . Auch die Hypothese unserer Kanzlerin – „scheitert der Euro, zerbricht die EU" – ist zu hinterfragen. Das wäre ja furchtbar.

Die Grüne Linie  der folgenden Grafik zeigt, wie ab 1971 mit Einführung flexibler Wechselkurse zunächst der DMark-Wert und später der Eurowert gegenüber dem Dollar wachsen. Die Einführung erhöhte aber auch schlagartig die Volatilität von 2,4 Prozent (1950 - 1971) auf 16 Prozent in der Folgezeit.
DM-Euro-Geschichte zeigt zunächst den Rückgang des Dollars  in den 70-Jahren. Deutschland wurde immer wieder bedrängt, Aufwertungen vorzunehmen. Unsere Exportwirtschaft hat das jedes Mal beklagt, aber auch immer wieder überstanden. Japan hat es lange Zeit getroffen. Mit hohen Leitzinsen sahen die USA sich andererseits genötigt, den Dollar attraktiv zu halten. Das führte zum 1985er Dollarhoch. Auf Druck der US-Industrie, Europas und Japans - damals die „G5" – kam es dann zur konzertierten, nachhaltigen Dollarabwertung (Plaza Accord). Dann kamen die Ängste, dass die anderen Währungen unterbewertet würden. Das führte 1987 zum Louvre-Accord, aber es folgte bis in die 90er Jahre ein „Allzeit-Tief" des Dollars nach dem anderen. Die Spekulation im Vorfeld des Euro führte wieder zu einer Erstarkung der Euro-Kandidaten-Währungen. (Die Spekulation ist an dem Auseinanderlaufen der Höchst- und Tiefstkurse zu erkennen.)
 
Das erste Allzeit-Jahreshoch der DMark wurde 1980 erreicht. Dann stieg der Dollar  durch hohe Leitzinsen und Bedarf bis 1985, dass „Twin Deficit" auszugleichen. Die gemeinschaftliche Aktion der „G5" im New Yorker Plaza Hotel (1985) zog dann den Dollar 1985 auf ein Allzeittief herunter. Auf das Twin Defizit hatte das leider keine Wirkung – es wuchs und wuchs. Die DMark steigerte ihren Dollarwert weiter bis 1995. Die dann einsetzende Spekulation auf die Euroeinführung brachte hälftig für die DM und dann für den Euro einen Rückschlag. Die Einführung erfolgte zu einem akzeptablem Niveau. Dann wurde der Euro „getestet" und verwies dann aber den Dollar 2008 auf ein neues Allzeithoch . Der doch moderate Rückgang in den letzten Wochen von 1,43 auf 1,27 streut in dem langfristigen Aufwärtstrend – ist nicht wie in den Medien artikuliert „dramatisch".

Die Euroeinführung zu knapp 1,20 Dollar war erfolgreich. Dann wurde der Euro „getestet" und fiel bis auf 0,75 Dollar. Danach hat sich der Euro gleichmäßig auf die heutigen Höhen entwickelt. Vom weiteren Verlauf her gesehen hat der Euro den Wert zum Dollar – verglichen mit der DMark - noch einmal steigern können. Insofern ist das Gerede Vom Euro „im Sinkflug" nicht angemessen – es sei den, der Kurs würde schon jetzt massiv unterstützt. Das ist bislang nicht bekannt geworden.
Das Problem liegt bei den auf Euro lautenden Staatsanleihen: 6 von weltweit 40 Billionen (wie der Zeithrg. Josef Joffe vermutet). Das wären zuviel. Aber bislang scheint nur Griechenland die Wirtschaftskraft zu fehlen, die laufenden Anleihen zurückzuzahlen.

Warum schreibt DIE ZEIT "Euro stürzt auf Vierjahrestief"? Am12. Sept. 2007 hieß es im HB... Experten sehen Gefahren für das Wachstum: Euro-Hoch (bei 1,248) alarmiert Wirtschaft ... Mittwoch wegen der erwarteten Zinssenkung in den USA auf ein Allzeithoch gestiegen. ... 
Der Euro sollte die Spekulation eindämmen. Das hat sich nicht ergeben. Die Spekulation wurde erleichtert. Das Regelwerk muß neu vereinbart werden.


Zum Vergleich: Als Soros das Pfund attackierte, wollte GB das Pfund zu einem überhöhten Stand in der EWS-Währungsschlange halten. Das Pfund fiel danach um über 10 Prozent. Ein Verteidigungsniveau für den  Euro zum Dollar  ist nicht bekannt. Es könnte bei 1,20 Dollar liegen? Der Euro ist zwar 
gefallen - vom spekulativen Hoch 1,60 gerechnet sogar 25 Prozent - aber auf ein akzeptables Niveau. -

Das Niveau des Euros zum Pfund hat sich seit der Einführung in den letzten um über 20 Prozent verbessert.

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